Digitaler Fotokurs
Automatik oder manuell?
Die automatischen Funktionen zur Belichtungsmessung wie auch Entfernungsmessung sind inzwischen sehr ausgereift.
Doch Fotos wie das untenstehende gelingen nur mit manueller Belichtungseinstellung oder Spotmessung genau auf die Rose.

In vielen Standardsituationen können Sie sich schon fast blind auf die Automatik verlassen. Ich benutze, obwohl ich immer einen hochwertigen Hand-Belichtungsmesser in der Kameratasche dabei habe, meistens die (Halb-) Automatik, also Blendenvorwahl oder Zeitvorwahl.

Doch auch die ausgefeilteste Automatik hat ihre natürlichen Grenzen, ganz besonders bei sehr kontrastreichen Motiven.

Belichtungsautomatik, Blendenvorwahl. In den Lichtern (den hellsten Bildpartien) massiv ausgefressen.
Hinter dieser Rose auf meinem Balkon ist ein dunkelbrauner Sichtschutz. Bei der üblichen Integralmessung versucht die Automatik, alles richtig zu belichten, also auch den Hintergrund. Das führt zur katastrophalen Überbelichtung der hellsten Bildpartien. Noch halbwegs richtig belichtet sind die Blätter.
Die Automatik errechnet einen Mittelwert, der oft ziemlich daneben liegt. Überwiegt, wie im obigen Bild, der dunkle Hintergrund, werden die hellen Bildpartien überbelichtet.
Dasselbe Problem hat man im Studio mit dunklem Hintergrund (Model oder Objekt katastrophal überbelichtet) oder mit hellem Hintergrund, das Model ist unterbelichtet.
Denn bei der üblichen Integral-Messung kann die Automatik natürlich nicht ahnen, welche Bildteile korrekt belichtet werden sollen und welche Bildteile von untergeordneter Natur sind. Denn schließlich kommt es nicht auf den Hintergrund an, sondern auf das Objekt.
Doch immer dann, wenn der Hintergrund den größten Teil der Fläche eines Fotos ausmacht, wird die Automatik den Hintergrund für wichtiger halten als das eigentliche Bildobjekt. Es sei denn, wie oben schon gesagt, sie aktivieren die Spotmessung und wählen die Messpunkte sorgfältig aus.

Manuelle Belichtung mit derselben Blende, jedoch kürzerer Belichtungszeit. Das macht die Wassertropfen nach dem heftigen Regenguss erst wirklich sichtbar. Dafür braucht man keinen manuellen Belichtungsmesser. Erstes Foto mit Blendenvorwahl wegen der Tiefenschärfe, dann auf Manuell umstellen und die Belichtung gegenüber dem Automatikergebnis nach Wunsch korrigieren.
Bei diesem Foto wurde auch die Entfernungseinstellung manuell vorgenommen, denn ich wollte das Blatt rechts im Vordergrund, in dem das Wasser steht, mit maximaler Schärfe.

Noch eindrucksvoller wird das Ergebnis mit dem genialen Photoshop Plugin "Nik Color Effects Pro".
In einer solchen Situation könnte ich mich lange durch das Kameramenue bemühen, die Spotmessung aktivieren und die Messpunkte festlegen. Ich bevorzuge die schnelle Variante. Ein Testfoto mit Blendenvorwahl, das Ergebnis auf dem Display begutachten und anschließend die Belichtung korrigieren. Auf manuell umstellen, Blende beibehalten und die Belichtungszeit solange verkürzen, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist. Geht viel schneller und genauer als über das Menü. Mit etwas Erfahrung bei dieser Technik brauchen Sie höchstens 2 Testfotos, um die gewünschten Belichtungswerte zu ermitteln.
Füher, als ich noch einen Film belichtet habe, mußte ich natürlich schon vor der Aufnahme die Belichtung exakt für das gewünschte Ergebnis ermitteln. Doch es ist nun mal einer der entscheidenden Vorteile der Digitalen Fotografie, dass man das Ergebnis sofort auf dem Display beurteilen und anschließend mit korigierten Werten weitere Fotos machen kann.
Zeitvorwahl oder Blendenvorwahl
Für die gestalterische Fotografie sollten Sie sich von vorneherein angewöhnen, die Vollautomatik abzuschalten und stattdessen entweder die Zeitvorwahl oder die Blendenvorwahl zu benutzen.
Über die Blendenvorwahl steuern Sie sowohl die Gesamt Schärfe eines Fotos, die meisten Objektive erreichen ihre maximale Schärfeleistung bei Blende 8 oder 11, als auch die Schärfentiefe oder Tiefenschärfe, beide Bezeichnungen sind korrekt und bezeichnen ein und dasselbe.

Mit der Zeitvorwahl beeinflussen Sie stattdessen, wie eine Bewegung im Bild dargestellt wird. Mit der Zeit-Vorwahl können Sie Bewegungen sowohl durch kürzere Belichtungszeiten einfrieren als auch das Gegenteil erreichen, beispielsweise bei einem Wasserfall, indem Sie den für das Auge natürlichen Eindruck fließenden Wassers durch Belichtungszeiten von 1/30 Sekunde oder länger abbilden. Belichtungszeiten länger als 1/30 Sekunde erfordern jedoch eine ruhige Hand, eine Kamera, die gut in der Hand liegt und außerdem oft schon einen Bildstabilisator.
Unabhängig vom Motiv brauchen Sie bei sehr langen Brennweiten, also extremen Teleobjektiven immer ziemlich kurze Belichtungszeiten, sonst wird das Foto selbst mit Bildstabilisator garantiert verwackelt.
Das ist nicht viel anders als bei einem Fernglas mit einem sehr engen Blickwinkel, je kleiner der Bildwinkel, umso stärker zittert das Bild, wenn das Fernglas nicht auf ein Stativ montiert wurde.
Die Kamera testen, bevor man sie ernsthaft einsetzt
Eigentlich sollte es sich von selbst verstehen, dass man die gerade neu gekaufte Kamera nicht gleich für unwiederbringlich wertvolle Fotodokumentationen einsetzt.
Man sollte sich nicht nur die Mühe machen, die Bedienungsanleitung der Kamera sorgfältig durchzuarbeiten, natürlich indem man die Kamera gleich dabei hat und das eine oder andere auch gleich ausprobiert (im Gegensatz zur analogen Kamera kostet das lediglich etwas Batteriestrom), sondern man sollte mit den Objektiven, die man bereits hat, auch Testbilder machen.
Mit jedem Objektiv zunächst einmal vom selben Bildobjekt ein Foto mit offener Blende und anschließend mit Blende 8 oder Blende 11, um herauszufinden, wie unterschiedlich die Schärfeleistung des Objektives bei offener Blende und optimaler Schärfeleistung ist, ebenso sollte man mit unterschiedlichen Belichtungszeiten ausprobieren, wo die untere Grenze für nicht verwackelte Fotos aus freier Hand liegt.
Bei einem Zoomobjektiv sollte man zusätzlich für mindestens drei verschiedene Brennweiteneinstellungen herausfinden, wie sich das Objektiv bei offener Blende und wie es sich bei Blende 8 oder Blende 11 verhält.
Nur wenige Zoomobjektive sind gleich lichtstark über den gesamten Brennweiten Bereich. Das erkennen Sie bereits an der Objektivbezeichnung. Steht dort zum Beispiel 3,5 - 5,6, dann hat das Objektiv im optimalsten Fall die Lichtstärke 3,5, bei allen übrigen Brennweiten variiert die Lichtstärke von 3,5 - 5,6.
Die unterschiedliche Lichtstärke bei den verschiedenen möglichen Brennweiten eines Zoomobjektives macht es schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, bei schlechten Lichtsituationen mit der Zeitvorwahl oder der Blendenvorwahl zu arbeiten. Also beispielsweise bei einem Feuerwerk. Denn die offene Blende variiert, sobald Sie mit dem Objektiv näher heran zoomen oder umgekehrt stärker heraus zoomen.

Sie müssten in diesem Fall sicherheitshalber die Blende fix auf den Wert 5,6 einstellen, unabhängig von der Brennweite. Nur dann ist gewährleistet, dass bei sämtlichen Zoomstufen die Belichtung stimmt. Dasselbe Problem ergibt sich, wenn Sie stattdessen mit der Zeit-Vorwahl arbeiten, denn, wenn die Lichtstärke des Objektives für die gerade gewählte Brennweite nicht ausreicht, um mit dieser Belichtungszeit noch einwandfrei zu belichten, wird das Foto natürlich unterbelichtet.

Deswegen empfiehlt sich, wenn Sie einem Geschehen wie einem Feuerwerk folgen und ein Zoomobjektiv benutzen, dessen Lichtstärke abhängig von der gerade gewählten Brennweite variiert, entweder komplett manuell einzustellen oder stattdessen mit der Vollautomatik zu arbeiten.
Letzteres hat in diesem Fall zumindest den Vorteil, dass die Kamera immer versuchen wird, die kürzest mögliche Belichtungszeit zu erreichen. Zum Nachteil weiter unten.
Schwierige Lichtsituationen

Typische Belichtungssituation einer Landschaftsaufnahme mit einem hohen Anteil des Himmels und der automatischen Durchschnittsberechnung der Kameraautomatik. Der Himmel ist korrekt belichtet, die Landschaft viel zu dunkel.
Natürlich kann man sich dabei etwas behelfen, indem man zunächst das Motiv so anvisiert, dass der Himmel nicht mit drauf kommt, den Auslöser halb durchgedrückt läßt und dann erst die Kamera in die richtige Position schwenkt, dann wird jedoch der Himmel völlig überbelichtet und ist grauweiß ohne Durchzeichnung.
Entweder macht man in diesem Fall eine Belichtungsreihe oder errechnet manuell einen Durchschnittswert.
Wenn ich ein Stativ dabei habe, mache ich selbstverständlich eine Belichtungsreihe. Auch dafür nehme ich die Einstellungen manuell vor und orientiere mich dabei sowohl an meinem Durchschnittswert als auch an den hellsten und dunkelsten Partien des Motivs. Die üblichen drei Blenden einer automatischen Belichtungsreihe reichen für sehr kontrastreiche Motive oft nicht aus.

In dem Foto steckte glücklicherweise noch genügend Bildinformation, um es retten zu können.
Das geschah im Photoshop. Mit Auswahl / Farbbereich / Tiefen wurde die gesamte untere Bildhälfte ausgewählt und die Auswahl mit einer weichen Kante von 60 Pixel versehen. Anschließend wurde aus der Auswahl eine neue Ebene durch Kopie erstellt und mit der Ursprungsebene verrechnet. Dazu wählt man statt dem voreingestellten "Normal" als Verechnungsmethode "Negativ multiplizieren". Anschließend kann man mit dem Deckkraft-Regler den Einfluss der neuen Ebene auf das Gesamtbild regulieren.
Dazu ein Tutorial:
Einen viel zu hellen Himmel können Sie jedoch nur noch begrenzt mit multiplizieren im Photoshop vernünftig hinbekommen. Denn ein überbelichteter Himmel ist im Foto schlicht weiß ohne jegliche Durchzeichnung. Sie könnten dann höchstens noch einen blauen Verlauf über den Himmel legen, doch um das so hinzubekommen, dass die nachträgliche Manipulation nicht gleich auffällt, benötigen Sie ist sehr viel Erfahrung im Umgang mit Bildbearbeitungsprogrammen.
Besser ist es, Sie verwenden in der Landschafts-Fotografie generell ein Polarisationsfilter, achten jedoch sehr sorgfältig auf eine ausgewogene Belichtung. Denn durch das Polarisationsfilter bekommt der Himmel so kräftige Farben wie im Beispielfpto.
Mit einem Handbelichtungsmesser können Sie den Mittelwert auch durch eine Lichtmessung ermittelten, dazu wird der Diffusor vor den Belichtungsmesser geschoben und die Mess Richtung erfolgt in Richtung Kamera. Damit ermitteln Sie automatisch den Mittelwert.

Belichtungsmessung bei weit entfernten Objekten
Wenn ein Objekt zu weit entfernt ist, um es isoliert mit dem Belichtungsmesser anpeilen zu können, dann kann man sich stattdessen mit einem Trick behelfen. Je nachdem, ob das Objekt im Gegenlicht oder im mehr oder minder Auflicht liegt, misst man einfach mit dem Belichtungsmesser auf die eigene Handfläche, die ebenso ausgerichtet wird, wie das entfernte Objekt. Noch genauere Belichtungsergebnisse liefert die Kodak Graukarte als Reflektionsfläche für das Licht.
In schwierigen Lichtsituationen scheitert die Automatik, dort ist immer manuell angesagt. Wenn man ein Stativ dabei hat, macht man in diesen Situationen am besten eine Belichtungsreihe, ob dafür die Belichtungsreihenautomatik Ihrer Kamera ausreicht, müssen Sie selbst herausfinden. Für eine Belichtungsreihe wählen Sie zuvor sicherheitshalber die Blendenvorwahl. Denn nicht jede Kamera macht eine Belichtungsreihe grundsätzlich mit derselben Blende. Unterschiedliche Blenden in einer Belichtungsreihe würden jedoch zu unterschiedlicher Gesamtschärfe und Tiefenschärfe auf den 3 Fotos der Belichtungsreihe führen, dann hätte ihr Bildberarbeitungs-Programm jedoch anschließend Probleme, daraus sauber ein HDR Foto zu errechnen.
Dass es sinnvoll ist, statt einer Vollautomatik mit der Zeitvorwahl oder der Blendenvorwahl zu arbeiten, wird im dortigen Kapitel beschrieben.
Die vollautomatische Wahl der Empfindlichkeit durch die Kamera.
Wenn Sie auf manuell umschalten, dann dürfen Sie natürlich auch nicht die Empfindlichkeitseinstellung der Kamera überlassen, sondern müssen im Menü einen Ihren Wünschen entsprechenden Wert einstellen. Ist es hell genug, dann sollten Sie die geringste Empfindlichkeit wählen, also bei einer digitalen Spiegelreflexkamera in der Regel ASA 50 oder ASA 100. Reicht das Licht dafür nicht aus, müssen Sie eben einen etwas höheren Wert nehmen. Den Wert, den Sie als Empfindlichkeit an der Kamera eingestellt haben, übernehmen Sie auf Ihren manuellen Belichtungsmesser.
Nachtaufnahmen

Je nach Kamera ermittelt der eingebaute Belichtungsmesser Belichtungszeiten bei offener Blende bis zu 30 s und bei einigen Kameras sogar noch darüber hinaus. Das reicht für beleuchtete Objekte in der Nacht alle Mal aus. Zumindest, wenn Sie auch Bildrauschen in Kauf nehmen und manuell die Kamera auf ASA 800 oder höher einstellen. Noch längere Belichtungszeiten können Sie zuverlässig nur mit einem guten Handbelichtungsmesser ermitteln.

Das obige Foto wurde ohne Spiegelvorauslösung gemacht, es ist deutlich zu sehen. Insgesamt leicht unscharf und an den Lichtern ist deutlich zu erkennen, dass die Kamera ganz leichten Erschütterungen während der Aufnahme ausgesetzt war.
Nachtaufnahmen erfordern generell ein gutes Stativ sowie einen Fernauslöser, um die Kamera nicht durch den Druck auf den Auslöser zu erschüttern. Für Nachtaufnahmen sollten Sie auch immer die Spiegelvorauslösung Ihrer Kamera aktivieren, entsprechendes dazu finden Sie in der Bedienungsanleitung Ihrer Kamera.


Bei den beiden obigen Fotos können Sie gleich einiges im Vergleich feststellen. Beide Fotos entstanden kurz nacheinander. Auch in diesen beiden Fotos sind minimale Erschütterungen durch das Hochklappen des Spiegels unmittelbar vor der Aufnahme zu erkennen. Im oberen Foto hält es sich in Grenzen, es ist insgesamt ziemlich scharf, das untere Foto hat schon wieder deutliche Unschärfen durch die Erschütterungen.
Im Vergleich zeigen beide Fotos auch deutlich den Effekt eines Teleobjektivs, Entfernungen zwischen Objekten drastisch zu verkürzen. (Brennweite 80 mm) Im oberen Fotos scheint das Heidelberger Schloss praktisch unmittelbar hinter der alten Brücke zu sein. Im unteren Foto, das mit einer Brennweite von 35 mm fotografiert wurde, sind die Entfernungen zwischen alter Brücke und dem Heidelberger Schloss der Realität entsprechend.
Die beiden Fotos zeigen im Vergleich auch deutlich, wann der automatische Weißabgleich versagt und falsche Werte zurückgibt. Im oberen Foto, das ich mit den originalen Einstellungen der Kamera für diesen Vergleich übernommen habe, wurde die alte Brücke und das Haspeltor als Weiß interpretiert und entsprechend die Farbtemperatur mit 2600° Kelvin eingestellt. Im unteren Foto habe ich die Farbtemperatur nachträglich in Adobe Bridge korrigiert und auf einen eher realistischen Wert von 3400° Kelvin eingestellt.
Dabei zeigt sich wieder einmal deutlich, wie wichtig es ist, Fotos im Rohdatenformat abzuspeichern, das eine leichte nachträgliche Korrektur der Farbtemperatur zulässt. Wäre es stattdessen als JPEG abgespeichert worden, wäre es ziemlich schwierig und aufwändig geworden, die dadurch bedingten falschen Farben nachträglich noch zu korrigieren.
Bei meiner Pentax muss ich für die Spiegelvorauslösung auf Selbstauslöser mit einer Verzögerung von 2 Sekunden einstellen, der Spiegel wird nach dem durchdrücken des Auslösers bereits hoch geklappt, der Verschluss jedoch erst 2 Sekunden später geöffnet.

Das Heidelberger Schloss in einer Vollmondnacht. Um ein Maximum an Schärfe zu erreichen, Blende 8 bei ISO 200. Das bedingte jedoch eine Belichtungszeit von 14 Sekunden. Durch die relativ lange Belichtungszeit sind die ziehenden Wolken verwischt. Selbstauslöser mit 2 Sekunden Vorlaufzeit und Spiegelvorauslösung. Die Belichtung wurde natürlich manuell ermittelt.
Wenn Ihre Kamera eine echte Spiegelvorauslösung besitzt, dann machen Sie bei Nachtaufnahmen und anderen langen Belichtungszeiten davon immer Gebrauch.
Anschließend wird der Verschluss über den Fernauslöser geöffnet.
Praktisch jeder Fernauslöser besitzt auch eine Arretierung für sehr lange Belichtungszeiten.
Besondere Nachtaufnahmen, beispielsweise ein Feuerwerk

Seit drei Jahren bin ich bei fast jeder der dreimal jährlich stattfindenden Heidelberger Schlossbeleuchtungen dabei und fotografiere. Auf der verlinkten Webseite finden Sie einige der besten Ergebnisse der jeweiligen Feuerwerke. Dazu wähle ich im Menü die höchstmögliche Empfindlichkeit, ASA 1600, weil jede geringere Empfindlichkeit zu allzu langen Belichtungszeiten führen würde.

Sie sehen richtig, das Feuerwerk kommt tatsächlich direkt aus dem Wasser.
Bei einem Feuerwerk kommt es darauf an, es mit der Kamera einzufrieren, sonst werden die Fotos ziemlich nichtssagend. Einen unmittelbaren Vergleich hier gleich im Anschluss. Denn bei einer Heidelberger Schlossbeleuchtung glaubte ich mit ASA 800 auskommen zu können, das unbefriedigende Ergebnis sehen Sie hier.

Statt ein spektakuläres Feuerwerk zu sehen, das unmittelbar aus dem Wasser aufsteigt, bedingt die zu lange Belichtungszeit, dass durch das Feuerwerk alles überstrahlt wird und man eigentlich außer einer Lichtflut nicht mehr viel erkennt. An diesem Abend war es zusätzlich, es war Hochsommer, auch um 22:15 Uhr, als die Heidelberger Schlossbeleuchtung begann, noch relativ hell und die Kameraautomatik versuchte, den Himmel korrekt zu belichten, was zu einer zusätzlichen Verlängerung der Belichtungszeit führte.

Mit einer deutlich kürzeren Belichtungszeit bei ASA 1600 wirkt ein Feuerwerk schon ganz anders.
Trotz der dadurch bedingten recht kurzen Belichtungszeiten verwende ich ein erstklassiges Stativ.

Als Unterbau ein Manfrotto Stativ, das schon mal gut 5 kg wiegt und sehr stabil ist, dennoch schnell zusammen klappbar und dadurch leicht zu handhaben und nicht etwa einen Kugelkopf, den ich für sonstige Aufnahmen verwende, sondern einen stabilen Fluid Videoneiger, ebenfalls von Manfrotto, mit dem ich dem Feuerwerk bequem folgen kann ohne jedes Mal die Feststellschraube am Kugelkopf öffnen und wieder schließen zu müssen.

Ein Fluid Kopf hat den Vorteil, dass er sich genau auf das Gewicht der Kamera einstellen lässt und sobald man ihn nicht mehr bewegt, in seiner Position verharrt. Der Nachteil gegenüber einem Kugelkopf besteht vor allem darin, dass man das Stativ selbst ganz exakt senkrecht ausrichten muss, doch wozu hat ein Stativ eine kleine eingebaute Wasserwaage in Form einer Libelle.

Man braucht nur noch eine kleine Taschenlampe, um nach dem Aufbau des Stativs die Libelle zu kontrollieren und das Stativ genau auszurichten. Ein so stabiler Fluid Videoneiger, wie ich ihn benutze, ist ohnehin für schweres Gerät gebaut, meine Kamera ist eigentlich schon zu leicht. Deshalb braucht der Videoneiger auch ein schweres und stabiles Stativ als Unterbau, man würde sonst mit dem Hebelarm eher das Stativ umkippen als den Fluid Kopf zu einer Bewegung veranlassen.

Bei Fotos von einem Feuerwerk spielt das Bildrauschen nur eine untergeordnete Rolle, der Himmel ist ohnehin in der Regel schwarz und lediglich das Feuerwerk bringt Licht auf den Film beziehungsweise den Sensor. Ansonsten verlasse ich mich bei diesen Fotos voll und ganz auf die Kameraautomatik, die überraschend gut und genau auch bei einem Feuerwerk arbeitet.
Manuell und kein Handbelichtungsmesser zur Verfügung
Dann müssen Sie etwas experimentieren. Ihre Kamera zeigt die ermittelten Belichtungswerte sowohl im Sucher wie auch auf dem oberen Display an. Fotografieren Sie zunächst einmal mit dieser Einstellung und sehen sich das Ergebnis anschließend auf dem Display an. Ist es zu hell oder dunkel, stellen Sie Ihre Kamera auf manuelle Belichtung um und experimentieren anschließend mit neuen Zeit / Blenden-Paarungen. War das Ergebnis der Automatik zu hell, dann nehmen Sie entweder eine kürzere Belichtungszeit oder eine kleinere Blende. Umgekehrt eine längere Belichtungszeit oder eine größere Blende.
Achtung Anfänger
Die Werte für Blenden geben die Öffnung der Blende im Verhältnis zum Durchmesser des Objektives an. Je höher der Wert, umso kleiner die Blendenöffnung. Bei der kleinsten Zahl, je nach Lichtstärke des Objektives sind das Zahlen zwischen 1,2 und 5,6 ist die Blende voll geöffnet und lässt somit am meisten Licht durch. Je größer die Zahl, also beispielsweise Blende 8 oder Blende 16, umso weiter wird die Blendenöffnung geschlossen, es kommt also weniger Licht auf den Sensor.
Siehe dazu auch die FAQ
Die automatische Scharfeinstellung
Mit der automatischen Scharfeinstellung kommt man normalerweise sehr gut zurecht, man muss sie nur selten deaktivieren. Doch spätestens, wenn man beispielsweise eine Blüte im Wind oder ein anderes unruhiges Objekt aufnehmen möchte, irrt die automatische Scharfeinstellung oft nur noch hilflos umher und verhindert gleichzeitig das auslösen der Kamera. Dasselbe kann Ihnen in der Dämmerung oder bei Nachtaufnahmen passieren.

In diesen Fällen deaktivieren Sie die automatische Scharfeinstellung und stellen durch den Sucher mithilfe des Schnittbild Entfernungsmessers oder der feinen Mikroscheibe in der Mitte des Suchers manuell scharf. Das ist bei modernen Objektiven nicht mehr ganz so einfach wie früher, als die automatische Scharfeinstellung noch in den Kinderschuhen steckte. Bei älteren Objektiven gibt es noch einen großen Ring, über den man scharf stellen kann. Moderne Zoomobjektive, die mit der automatischen Scharfeinstellung der Kamera zusammenarbeiten, kann man nur noch an dem schmalen Ring an der Frontlinse justieren, indem man an diesem Ring dreht.
Das beschreibt ein Grundproblem seit dem Aufkommen der automatischen Scharfeinstellung in den siebziger Jahren. Auch heute mit ausgefeilter Elektronik ist die Scharfeinstellung immer noch nicht schnell und exakt genug, um bei Objekten, die sich auf die Kamera zu oder von der Kamera weg bewegen, schnell genug folgen zu können. Ich erlebe das in Shootings mit Models immer wieder.
Doch andererseits sind seitdem die Objektive von Kleinbildkameras und somit auch der digitalen Spiegelreflexkameras voll und ganz auf die automatische Scharfeinstellung abgestellt.
In den Zeiten vor der automatischen Scharfeinstellung wurde die Qualität eines Objektives bezüglich seiner Handhabung auch an der leichten Bedienbarkeit des Focusringes gemessen. Denn, wenn es dazu einen großen Ring am Objektiv gibt, tut man sich als Fotograf leicht, den Bewegungen zu folgen und die Schärfe nach zu regulieren.
Doch bei den heute üblichen Objektiven, für die die manuelle Scharfeinstellung fast schon nicht mehr vorgesehen ist, ist es zumindest sehr unbequem, einem sich bewegenden Objekt mit der Kamera zu folgen und die Schärfe manuell nach zu regulieren.

Bei diesem Foto hat die automatische Scharfeinstellung auf den Pelzmantel focussiert. Dadurch ist das Gesicht, der bildwichtigste Teil, bereits unscharf, weil die Schärfentiefe nach vorne drastisch abnimmt. Eigentlich hätte die maximale Schärfe am Mund liegen müssen.
In diesem Fall hätte ich es selbst mit der automatischen Scharfeinstellung vermeiden können, denn die Belichtung stelle ich im Studio generell manuell ein, ich hätte also nur, wenn ich es beim Fotografieren überhaupt gemerkt hätte, kurz auf den Mund als Bildmitte schwenken müssen, den Auslöser halb durchdrücken, damit wird die Einstellung beibehalten und anschließend auf den gewünschten Bildausschnitt mit der Kamera zurückschwenken müssen. Als ich noch mit einer 6x6 Spiegelreflexkamera fotografierte, deren Sucherbild fast siebenmal so groß ist, passierte mir so ein Faus Pax niemals. Doch mit dem kleinen Sucher einer digitalen Spiegelreflexkamera erkennt man diese Feinheiten insbesondere bei einem schnellen Shooting nicht mehr unbedingt.
Übrigens ist bei Studioaufnahmen mit schwarzem Bühnenmolton als Hintergrund dringend zu empfehlen, die Belichtungsautomatik zu deaktivieren. Sonst versucht nämlich die Belichtungsautomatik, auf das Schwarz des Hintergrundes korrekt, das heißt, viel heller zu belichten und das eigentliche Bildobjekt, in diesem Fall Fotomodell Sabrina wäre restlos überbelichtet.
Die automatische Scharfeinstellung und Polarisationsfilter
Bei den meisten Objektiven dreht sich die Frontlinse, wenn die Kamera mit dem Autofocus in die Schärfenebene justiert. Hat man vorher schon einen Polarisationsfilter eingestellt, dann wird diese Einstellung durch das Drehen der Frontlinse zunichte gemacht.
Auch in diesen Fällen gilt, abschalten der automatischen Scharfeinstellung, manuell scharf stellen und erst anschließend das Polarisationsfilter in die gewünschte Position drehen.